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Was ist eine Pillar-Seite / Themencluster?

By 22. Mai 2019 No Comments
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Eine solche Seite leitet sich vom englischen Wort „pillar“ ab, was so viel wie Säule bedeutet und im Grunde die Basis eines sogenannten Themenclusters bildet. Diese Seiten dienen dem Nutzer als Überblick bezüglich eines bestimmten Themas wie beispielsweise dem Content-Marketing. Mithilfe des Cluster-Contents lassen sich außerdem ausführlich bestimmte Informationen in Bezug auf ein ausgewähltes Keyword darstellen.

Pillar-Seiten zeichnen sich im Vergleich zu einzelnen Cluster-Content-Elementen zum einen durch den Aspekt aus, dass sie auf ein Thema ausführlich und umfassend eingehen und zum anderen bestimmte Details absichtlich auslassen bzw. nicht erwähnen. Dementsprechend sollte bei der Erstellung einer Pillar-Seite darauf geachtet werden, nicht sämtliche Fragen zu klären, sodass auch genügend Material für die Erstellung des Cluster-Contents bleibt.

Was sind Themencluster?

Sowohl die Nutzung der Suchmaschinen als auch die Formulierung und Eingabe der Suchanfragen, hat sich mit der Zeit verändert. Infolgedessen änderten auch SEO-Experten als auch Blogger ihre Art und Weise Content zu erstellen. Demzufolge konnten sich folgende Beobachtungen feststellen lassen.

Ausformulierte, lange Suchanfragen

Heutzutage wird bei der Suche nach beispielsweise einem Sushi-Restaurant nicht mehr nur „Restaurant“ ins Suchfeld eingegeben, sondern längere und auch ausführlichere Anfragen vorgegeben wie zum Beispiel im Falle des Sushi-Restaurants die Suchanfrage „Nahegelegenes japanisches Restaurant“.

Demzufolge entscheiden sich knapp 64 Prozent aller Nutzer von Suchanfragen für die ausführliche Variante. Insbesondere ausformulierte Sätze werden gerne verwendet, die für passende Suchergebnisse garantieren. Forschungen ergaben außerdem, dass vier Wörter der 64 Prozent das Mindestmaß einer Suchanfrage darstellten.

Doch worauf ist diese Veränderung zurückzuführen? Grund ist die neu dazu gewonnene Spracheingabe, denn mithilfe von Google Assistant, Siri und Co. nehmen etwa 20 Prozent aller Nutzer mobiler Geräte eine Spracheingabe vor. Vermutlich wird diese Zahl noch weiter steigen, denn auch die Beliebtheit von Google Home- sowie Amazon Echo-Geräten nimmt immer mehr zu.

Neben der Spracheingabe spielt auch die zunehmende Masse an Informationen eine überaus wichtige Rolle, von der das Internet geradezu überflutet wird. Doch bedeutet Quantität nicht gleich Qualität. Dementsprechend versuchen Nutzer gezieltere Suchanfragen vorzunehmen, sodass unbrauchbare Infos umgangen und Ergebnisse eingeschränkt werden können. Darüber hinaus überfliegen Nutzer die gefundenen Google-Suchergebnisse und lesen nach dem Ausschlusskriterium nur noch die Überschriften.

Doch nicht nur aufseiten der Nutzer sind Veränderungen zu beobachten, sondern auch aufseiten der Suchmaschinen. Diese filtern bereits tausende relevante Ergebnisse und wählen letzten Endes die wichtigsten, für den Nutzbar brauchbarsten, Informationen heraus.

Steigende Qualität und Genauigkeit der Suchergebnisse

Mit kontinuierlicher Optimierung des Google-Algorithmus kann die Relevanz im Zuge der Suchergebnisse weiterhin verbessert werden. Demzufolge werden bei längeren Anfragen nicht mehr nur einzelne Keywords, sondern die gesamte „Einheit“ geprüft. Des Weiteren greift Google immer mehr auf die künstliche Intelligenz zurück, sodass Suchbegriffe deutlich präziser interpretiert werden können.

Letztlich unterstützt Google den Benutzer mit diesem Vorgehen, denn so können auch bei nicht optimal formulierten Suchanfragen die vom Nutzer gewünschten Suchergebnisse erscheinen. Gibt man zum Beispiel das Wort „Laufschuhe“ in das Google-Suchfeld ein, so zeigen die Google-Ergebnisse auch „Sneaker“ betreffende Themen an. Infolgedessen müssen sowohl SEO-Experten als auch Blogger darauf achten, ihren Content gezielter zu erstellen um mögliche Lücken, die eventuell vorhanden sein könnten, zu schließen. Ansonsten kann es passieren, dass die eigenen Inhalte in ein schlechteres Ranking verfallen.

Abdeckung sämtlicher Suchanfragen

Damit viele Varianten der Suchanfragen bezüglich eines bestimmten Themas abgedeckt werden, ist es notwendig die eigene Website hinsichtlich anhand unterschiedlicher Kernthemen zu gliedern. Diese sogenannten Kerninhalte können dann mithilfe von Hyperlinks mit bestimmten Blog-Beiträgen im Zuge spezifischer Longteil-Keywords verbunden werden. Dementsprechend spricht man auch von einem sogenannten Themencluster-Modell.

Was nützt die Erstellung einer Pillar-Seite?

Im Grunde bildet das Konzept der Pillar-Seiten einen wichtigen Bestandteil der Themencluster-Strategie. Denn mit einer solchen Strategie lassen sich die eigenen Inhalte mittels gezielt veränderter Rahmenbedingungen anpassen, sodass auch in den Suchergebnissen ein verbessertes Ranking erzielt werden kann.

Der Google-Suchalgorithmus funktioniert heute besser als zu Beginn, das liegt zum einen an der semantischen Suche und zum anderen an der maschinellen Lernmethode. Diese beiden Dinge helfen dabei, trotz der wachsenden Menge an verschiedensten Informationen Suchergebnisse genauer zu gestalten. Somit versucht der Google-Algorithmus die Intention des Suchenden auf seine Weise nachzuvollziehen und bietet dem Nutzer dementsprechend seine Ergebnisse an, die aus seiner Sicht die Nutzerfragen beantworten sollten.

Aus diesem Grund ist es überaus wichtig die Inhalte bestimmter ausgewählter Themengebiete (in diesem Fall sogenannte Themencluster) in eine klare Struktur zu untergliedern. Einzelne Themen werden dabei gemeinsam zu einem „Kern“ verankert. Ein solcher Kern verhilft nicht nur zu einem allgemeinen Themenüberblick, sondern verweist darüber hinaus auch detailliert auf weiterführende Materialien hin.

Infolgedessen erhalten Pillar-Seiten ein deutlich höheres Ranking im Zuge eines bestimmten Themas und können zusätzlich den, in den Seiten verlinkten Inhalten zu mehr Popularität verhelfen. Als Ersteller solcher Seiten sollte man aus diesem Grund nicht andauernd Beiträge schreiben, die stets dasselbe Keyword in unterschiedlichen Variationen enthalten. Das Ziel einer solchen Seite ist vielmehr einen Beitrag zu erstellen, der eine gut durchdachte Struktur aufweist und auf einzelne Seiten hinweist bzw. verweist. Im Mittelpunkt stehen dabei die Pillar-Seiten sowie die detaillierten als auch spezifischen Inhalte bezüglich einzelner Blog-Beiträge.

Mithilfe einer solchen Strategie lassen sich zum einen die Blog-Inhalte deutlich besser organisieren und zum anderen unterstützt es den Nutzer beim Navigieren und Informieren von einem Beitrag zum nächsten. Darüber hinaus befinden sich die selbst erstellten URLs in keinem Fall in einer direkten Konkurrenz. Sämtliche Seiten können daher im Ranking selbst mit demselben Keyword nur gewinnen.

Wie erstellt man eine Pillar-Seite für einen Themencluster?

Auf die Theorie folgt bekanntlich die Praxis. Demzufolge wird im Folgenden erklärt wie man denn nun genau solche erfolgversprechenden Pillar-Seiten erstellt.

1. Die Wahl eines bestimmten Themas

Bei Anwendung der Cluster-Strategie kommt es nicht, wie man vermutlich anfangs denken würde auf die Keywords an. Vielmehr liegt der Fokus bei der Auswahl der spezifischen Themengebiete.

Bei der Erstellung sollte zum einen die Zielgruppe im Auge behalten werden, als auch die Nutzung der Buyer-Personas-Daten. Mithilfe der Buyer-Personas lässt sich dann festmachen, wie viel die eigene Pillar-Seite umfassen sollte. Das Themengebiet sollte auf der einen Seite breit gefächert sein und zudem übergreifende Informationen bereithalten. Darüber hinaus kommt auf der anderen Seite die Auswahl Themen-spezifischer Keywords hinzu, die wiederum ausgearbeitet werden müssen.

Beispielsweise wäre das Thema „Social Media“ viel zu allgemein. Wohingegen das Themengebiet „Facebook-Marketing“ sowohl umfassend als auch spezifisch ist. Dementsprechend bietet sich in diesem Fall genügend Material an, dass zur Erstellung einer Pillar-Seite genutzt werden kann und darüber hinaus Stoff für zwanzig bis dreißig Themen-bedingte Beiträge bietet. Anhand der Zahlen (20 bis 30), dürfte sich dann schon zeigen, ob das ausgewählte Thema genügend Material für die vorgesehenen Beiträge bietet.

2. Das Verfassen des Pillar-Seiten-Contents

Möglicherweise ist bereits ein umfassend erstellter Blog-Beitrag vorhanden und kann demzufolge auch als Pillar-Seiten-Content dienen. Ist dies allerdings nicht der Fall, sollte als Erstes ein umfassender Beitrag des gewählten Themas vorgenommen werden.

Zur Unterstützung folgen nun einige Tipps und Tricks die berücksichtigt werden können:

  • Das Thema bzw. der Begriff der Pillar-Seiten sollte am Anfang bereits definiert sein, sodass insbesondere im ersten Textabschnitt auf das Thema bzw. den Begriff eingegangen werden kann.
  • Für das Inhaltsverzeichnis am besten auf eine Liste zurückgreifen (mit Aufzählungspunkten und/oder Nummern).
  • Bei Zwischenüberschriften immer bestimmte Keywords anwenden.
  • Je nach Möglichkeit können für eine optimale Übersicht auch Unterthemen angeboten werden (Aber Vorsicht: nicht zu viel!). Für Details ist später in den jeweiligen Blog-Beiträgen noch Zeit.

3. Festlegung der Keywords

Ist die Seite erstellt, kann mit der Recherche der Keywords begonnen werden. Dabei sollten sämtlich betroffene Themengebiete abgedeckt werden, die zum einen unterschiedliche Aspekte abdecken und zum anderen ein relativ hohes Suchvolumen zum Ziel haben.

4. Der Beginn der Schreibarbeit

Nun kann in Ruhe mit dem Verfassen der Beiträge begonnen werden, die letzten Ende auf den Pillar-Seiten mit den selbsterstellten Keywords bezüglich des Themenclusters verlinkt werden. So kann dementsprechend die Inhaltsstruktur optimiert und ein höheres Ranking der Suchmaschinen erzielt werden.

Weshalb Themencluster bessere SEO-Rankings und relevantere Suchergebnisse ermöglichen

Eine Vielzahl an SEO-Experten und Bloggern legten ihr Augenmerk bisher überwiegend auf Individualität der Blog-Beiträge, sodass ein höheres Ranking mit den richtigen Keywords erzielt werden konnte. In den meisten Fällen ist mit diesem Konzept auf der einen Seite eine schlechtere Struktur verbunden und zum anderen haben Benutzer oftmals Schwierigkeiten beim Finden der gewünschten Inhalte. Des Weiteren kam es durch diese veraltete Strategie dazu, dass selbst erstellte Beiträge mit ähnlichen Themengebieten beim späteren Ranking miteinander konkurrierten.

Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings spielt für den Ersteller eines Beitrages Individualität im Vergleich zu gezielt höheren SEO-Rankings eine eher untergeordnete Rolle. Nutzer der Suchmaschinen sollen wiederum die best möglichen Antworten erhalten, weshalb aus diesem Grund ein neu durchdachtes Konzept hermusste: das sogenannte Themencluster-Modell.

Dabei wird zuerst ein Thema ausgewählt, das in den Suchergebnissen ein optimales als auch gutes Ranking erzielt. Ist dies erfolgt, wird der Content mithilfe der spezifischen Keywords bestimmt. Diese Keywords sollten sowohl themenrelevant sein als auch einen gewissen Zusammenhang aufweisen können. Das eigentliche Ziel dahinter ist die Abdeckung eines Themengebietes, dass den Inhalt umfassend abdeckt.

Greift man daher auf das neuere Strategiemodell zurück, ergibt sich auch eine andere Blog-Struktur, bestehend aus unterschiedlichen Beiträgen die letztlich um ein Cluster bzw. Themengebiet angeordnet ist. Mittels Hyperlinks werden dann im Cluster die weiteren Inhalte miteinander verbunden. Im Kern eines solchen Modells befindet sich eine dazu ausgerichtete Seitenarchitektur, welche mithilfe URLs angeordnet als auch verknüpft wird. Ziel ist es mehrere Blog-Seiten in die SEO-Rankings gut zu positionieren, sodass der Benutzer die gesuchten Inhalte schnellstmöglich finden kann. Als Basis einer solchen Struktur dienen drei überaus wichtige Komponenten, dazu zählen zum einen der Pillar- als auch Cluster-Content und zum anderen die eingefügten Hyperlinks.