Seit der Version 3.7 sind automatische Updates in WordPress standardmäßig aktiviert. Wir zeigen in diesem Artikel, wie man die Updates durch Wordress-Filter in einem Themes und Plugins, via wp-config.php im WordPress Root-Verzeichnis aktivieren und deaktivieren kann. Außerdem stellen wir ein tolles Plugin vor, dass eine individuelle Steuerung aller Updates vom Backend aus ermöglicht.

Welche WordPress Update-Typen es gibt:

Zunächst sollte man berücksichtigen, dass WordPress unterschiedliche Typen von Updates kennt:

  1. Core Updates oder auch Quellcode-Updates
  2. Plugin Updates
  3. Theme Updates
  4. Sprachdatei-Updates

Die Core Updates betreffen das WordPress-System selbst und werden in 3 unterschiedliche Typen unterteilt:

  1. Hauptversionen- Updates
  2. Sicherheits- und Wartungs-Updates
  3. Entwickler-Versionen

Die Hauptversionen-Updates zeichen sich durch ihre Hauptversion-Nummerierung aus, also z.B. WordPress 5.0, WordPress 5.4 usw.

Die Sicherheits- und Wartungs-Updates sind dagegen Unterversionen einer Hauptversion, also z.B. WordPress 5.0.1 oder 5.4.1.

Die Entwickler-Updates stehen nur zur Verfügung, wenn man diese aktiviert, da sie hauptsächlich von Plugin- und Theme-Entwicklern genutzt werden und Fehler aufweisen können.

Automatische WordPress Core-Updates via wp-config.php

Die erste Möglichkeit zur Aktivierung oder Deaktivierung der automatischen Core-Updates ist der Weg über die wp-config.php. Diese liegt in der Regel im Root-Verzeichnis der WordPress-Installation. Die Datei wp-config.php kann man entweder per SSH, also per Serverkonsole oder via FTP bearbeiten, je nachdem was der Hosting-Anbieter bereitstellt. Falls die Datei aufgrundn fehlender Rechte nicht bearbeitet werden kann, sollte man sich an seinen Hosting -Anbieter oder den/die Webmaster / Agentur wenden. Hat man die Datei gefunden und geöffnet, kann man die folgende Zeile Code einfügen:

 define( "WP_AUTO_UPDATE_CORE", true );

Hierbei sollte man beachten, dass WP_AUTO_UPDATE_CORE drei unterscheidliche Werte kennt:

true – Updates der Unter- und Hauptversionen werden alle aktiviert
false – Updates der Unter- und Hauptversionen werden alle deaktiviert
minor – nur die Updates der Unterversionen werden aktiviert, Hauptversionen hingegen deaktiviert.

Wer seine WordPress-Updates spezifischer definieren möchte, z.B. auomatische Updates nur für Plugin- und WordPress Unterversionen-Updates, der kann dies über Filter festlegen.

Automatische Updates via WordPress-Filter

Filter bieten eine weitere Möglichkeit automatische Updates zu aktivieren. Diese können via PHP-Funktion entweder in einem Theme (Child-Theme) oder in einem Plugin integriert werden. In unseren folgenden Beispielen verwenden wir dafür die functions.php in einem Template. Die nachfolgenden Beispiele beziehen sich auf die Aktivierung der Updates für das Core-System (WordPress selbst), Plugins und Themes:

Alle automatischen Updates deaktivieren:

Wie bereits erwähnt können die automatischen Core-Updates via Filter aktiviert oder deaktiviert werden. Der Filter wird dabe durch die Funktion add_filter definiert und in der Datei functions.php gespeichert.

Um alle automatischen WordPress-Updates (Core, Theme-, Plugin- und Sprachdatei-Updates) zu deaktivieren kann man folgenden Filter nutzen:

add_filter( 'automatic_updater_disabled', '__return_true' );

Da die automatischen Updates standardmäßig aktiviert sind, gibt es keinen Filter für eine explizite Aktivierung.

WordPress Core-Updates

Die automatischen WordPress Core-Updates kann man für unterschiedliche WordPress-Versionen aktivieren oder deaktivieren:

  • Alle WordPress Core-Updates – also alle Major- und Minor-Versionen
  • Nur Major-Updates / WordPress-Hauptversionen (z.B. 5.3 oder 5.4)
  • Nur Minor-Updates / WordPress Unterversionen (z.B. 5.3.1 oder 5.4.1)
  • Development-Updates / Entwicklerversionen

Die folgenden Filter zur Steuerung automatischer Updates betreffen nur das WordPress-System selbst (Beispiele für Plugin- und Theme-Updates folgen weiter unten).

Automatische Core–Updates aktivieren:

add_filter( 'auto_update_core', '__return_true' );

und zum deaktiveren:

add_filter( 'auto_update_core', '__return_false' );

Automatische Majar-Updates / Hauptversionen-Updates aktiveren

add_filter( 'allow_major_auto_core_updates', '__return_true' );

und zum deaktiveren:

add_filter( 'allow_major_auto_core_updates', '__return_false' );

Automatische Minor-Updates / Unterversionen aktiveren:

add_filter( 'allow_minor_auto_core_updates', '__return_true' );

und zum deaktiveren:

add_filter( 'allow_minor_auto_core_updates', '__return_false' );

Automatische Entwickler-Updates aktivieren:

add_filter( 'allow_dev_auto_core_updates', '__return_true' );

WordPress Plugin-Updates

Folgende WordPress-Filter erlauben es, automatische Updates für alle Plugins zu aktivieren oder zu deaktivieren.

Automatische Plugin-Updates aktivieren:

add_filter( 'auto_update_plugin', '__return_true' );

Automatische Plugin-Updates deaktivieren:

add_filter( 'auto_update_plugin', '__return_false' );

WordPress Theme-Updates

Alle Themes automatisch updaten:

add_filter( 'auto_update_theme', '__return_true' );

Automatische Theme-Updates deaktivieren:

add_filter( 'auto_update_theme', '__return_false' );

Automatische Updates der Übersetzungen deaktivieren

Die automatischen Updates für Übersetzungen sind standardmäßig aktiviert. Um sie zu deaktivieren kann man folgenden Filter nutzen:

add_filter( 'auto_update_translation', '__return_false' );

WordPress Update-Emails deaktivieren

Sobald WordPress ein automatisches Update installiert, wird der Administrator der Website per E-Mail benachrichtigt. Mit diesem Filter kann man die automatische E-Mail unterbinden:

add_filter( 'auto_core_update_send_email', '__return_false' );

WordPress-Updates via Plugin

Wer eine komfortablere Lösung mittels WordPress-Backend wünscht, kann natürlich auch auf Plugin-Lösungen zurückgreifen. Diese bieten individuellere Möglichkeiten wie z.B. einzelne Plugins oder Templates von den automatischen Updates auszuschließen.

Easy Updates Manager

Mit dem WordPress-Plugin Easy Updates Manager erlangt man die volle Kontrolle über alle WordPress-Updates und kann sogar einzelne Plugins oder Themes vom automatischen Update-Prozess ausschließen oder umgekehrt. Ebenfalls wird ein Log aller Updates angelegt. So weiß man nicht nur wann man ein Plugin zuletzt aktualisiert hat und um welche Version es sich handelte, sondern auch welcher Benutzer das Update eingespielt hat (bei manuellen Updates). Vorallem für Administratoren ist dieses Plugin eine große Hilfe.

automatisches update wordpress deaktivieren aktivieren core aktualisierung easy updates managerAutomatische WordPress Updates – Ja oder Nein?

Wer eine WordPress Website betreibt, sollte auf jeden Fall regelmäßig Updates einspielen, damit das System nicht von Angreifern übernommen wird. Aber man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass automatische Updates das System, ohne es mitzubekommen, lahmlegen können. Denn wer vor dem Update nicht ordentlich in einem Dev-System testet, kann böse überrascht werden.

Am sinnvollsten ist es wohl, die automatischen Sicherheits-Updates zu aktivieren und die Updates für alle Hauptversionen manuell, also nach ausführlichen Testing in einem Development-System, zu installieren. Ebenfalls sollte man automatische Plugins- und Theme-Updates deaktivieren, vorallem wenn in der Vergangenheit schon häufiger Probleme nach einem Update aufgetreten sind. Stattdessen bietet das vorgestellte Plugin Easy Updates Manager eine tolle Möglichkeit, unkritische Plugins automatisch zu installieren (z.B. „Classic Editor“ oder „Duplicate Post“) und fehleranfällige Plugins, die das System lahmlegen können, von diesem automatischen Update-Prozess auszuschließen.